Apps entwickeln für Android und iOS

Apps entwickeln für Android und iOS – mit AppGyver ist das kein Problem

Die Entwicklung von Apps, insbesondere wenn man diese für Android und iOS anbieten will, ist ein sehr aufwendiges Unterfangen. Allerdings kann man mit modernsten Webtechnologien mit einer Code-Basis Apps für gleich mehrere Betriebssystem erstellen, was natürlich den Arbeitsprozess beschleunigt und günstiger macht. Eine Plattform hierfür ist AppGyver, die auf CSS, HTML, Cordova und Java Script basiert und die hybride App-Entwicklung deutlich vereinfachen soll.

So erstellt man Apps für iOS und Android

App ist übrigens nicht gleich App. Denn zurzeit gibt es drei unterschiedliche App-Arten. Zum einen gibt es da die mobile Web-Anwendungen, die mit Webtechnologien umgesetzt werden aber nur in einem Browser funktionieren. Problem dieser Apps: man kann sie nicht in einen der Stores hochladen und muss sie dementsprechend über andere Kanäle vertreiben. Neben den Web-Apps gibt es auch noch die sogenannten Native Apps, die speziell für eine Plattform programmiert werden, also beispielsweise für Windows in .NET, für Andoid in Java oder für iOS in Objective-C. Die dritte Variante bilden die sogenannten hybriden Apps, die auf JavaScript, CSS und HTML 5 fußen und plattformunabhängig hergestellt werden. Die beiden letztgenannten App-Arten können über die Stores vertrieben werden. Außerdem haben die Apps Zugriff auf wesentliche Bestandteile des Smartphones wie Mikrofon, Kamera oder auch GPS – abhängig von der jeweiligen App. Besonders zeitsparend und geldsparend zeigt sich die Entwicklung von hybriden Apps, die mit nur einer Code-Basis auskommen und dennoch auf verschiedenen Plattformen eingesetzt werden können. Das einzige Manko der hybriden Apps ist die Performance, die bei nativen Apps noch etwas besser ist.

Hybride Apps schnell, einfach und kostengünstig mit AppGyver entwickeln

Die Plattform AppGyver richtet sich gezielt an Webentwickler und App-Entwickler und stellt viele verschiedene Werkzeuge für die einfache Entwicklung von hybriden Apps bereits. Außerdem bietet die Plattform auch noch einen Cloudservice, der schlussendlich für den letzten Schritt der App-Entwicklung – für den Build – zuständig ist. Dieser Service können App-Entwickler kostenfrei nutzen, genauso wie den Composer und die Services Supersonic und Steroids, die ich gleih näher vorstellen werde. Darüber hinaus kann man noch weitere Add-Ons und Dienste in Anspruch nehmen – diese sind dann allerdings nicht kostenfrei. Grundsätzlich gilt es aber, sich erst einmal zu registrieren, um überhaupt Zugriff auf die kostenfreien Angebote zu erhalten.

Besonders positiv an AppGyver: anderes als viele andere Dienste und Frameworks, bildet die Plattform den komplett App-Entwicklungsprozess ab und stellt nicht nur vereinzelte Problemlösungen zur Verfügung. Jeder einzelne Schritt wie Prototyping, Programmlogik, Project Scaffolding, UI, Build wird aufgegriffen und bedient. Außerdem ist wirklich bemerkenswert, dass man nicht nur den eigenen Framework Supersonic nutzen kann, sondern auch iQuery, Sencha Touch oder AngularJS problemlos in die Apps einbinden kann. Die Umsetzung der App-Programmierung erfolgt dann entweder unter CoffeeScript oder JavaScript.

Steroids CLI – die Benutzeroberfläche für die App-Entwicklung

Im Mittelpunkt der Tools von AppGyver steht das Steroids Command Line Intercafe oder kurz  Steroids CLI, welches für Windows 8 oder höher zur Verfügung steht oder aber auch für Linux und MAC ab OS X nutzbar ist. Schritt für Schritt hilft eine Anleitung bei der Einrichtung des Interfaces. Voraussetzung ist allerdings git. Außerdem muss noch node.js eingerichtet werden und der Paket-Manager. Denn hierauf baut die Plattform bzw. die Oberfläche auf.


Steroids bringt einen eigenen lokalen Entwicklungs-Server mit sich. Dieser ist für unterschiedliche Prozesse notwendig, wie beispielsweise das Scaffolding, die Projektüberwachung, etc. Außerdem hilft der Server bei dem Kompilieren des Projekts, welches schlussendlich vom JavaScript-Task-Runner Grunt umgesetzt wird.

Initial öffnet sich die Preview Seite und bietet Dir verschiedene praktische Möglichkeiten wie einen Emulator, um die App zu testen. Ebenso ist es möglich die App direkt auf einem Endgerät auszuprobieren – natürlich auch plattformübergreifend, was für eine enorme Verschlankung der Arbeitsschritte sorgt. Sollten Fehler auftreten, können diese somit bereits in der Anfangspahse problemlos ausfinden gemacht werden und ausgemerzt werden.

Apps einfach testen auf einem mobilen Endgerät oder mit einem Emulator

Willst Du Deine App testen, wählst Du über ein Dropdown Menü einfach den entsprechenden Emulator. Der iOS Emulator läuft allerdings nur auf Rechner, die auch über mindestens OS X verfügen. Mit der AppGyver Scanner App können aber auch Entwickler, die mit Linux oder Windows arbeiten ausgiebig für iOS oder Android testen. Die hilfreiche App kann man übrigens auch einfach bei Google Play oder aber im Appstore herunterladen. Befindet man sich mit einem Smartphone im gleichen WLAN wie der Rechner zur App-Entwicklung, dann scannt man einfach den QR Code auf der Benutzeroberfläche, so dass die App auf dem Smartphone installiert wird und direkt ein Endgerätetest erfolgen kann. Ebenso praktisch ist auch der Live-Reload, der alle Änderungen am Code verzeichnet.

Mit dem Bereich Logs wird auch noch eine Konsole für das Debugging des Codes angeboten. Außerdem findet man hierzu und zu vielen anderen Themen auch noch eine umfassende Documentation unter dem gleichnamigen Punkt. Mit der Cloud kann man die entwickelte App entweder mit anderen Entwicklern teilen oder aber den letzten Schritt einleiten: den Build-Service. Mit Data kann man ohne viel Aufwand ein Backend für die jeweilige App einrichten. Dies ist auch nützlich, um mit nur einem Klick beispielsweise ein Gerüst mit wichtigen Datenbankfunktionen zu erstellen. Auch ein REST-Backend kann man einbinden oder aber auf ein Backend wie Parse, built.to oder Kimono zurückgreifen. Mit dem Build Service wird schließlich die lauffähige App hergestellt. Der Build Service befindet sich auf der eigenen Cloud Plattform und ermöglicht darüber hinaus auch Scanner-Apps oder ad-hoc-Distributionen, um einen Beta-Test vorzunehmen. Ein wirklich toller Vorteil ist die Einbindung von Crosswalk, welche es möglich macht die Plattform Fragmentierung von Android zu umschiffen und durch Chrome DevTools eine Verbesserung der Performance und des Debbugings erlaubt.

Supersonic – das ist kein klassisches UI Framework zur Erstellung von hybriden Apps, denn es bietet Dir auch noch eine umfassende Bibliothek mit vorgefertigten UI Elementen und eine problemlose Verknüpfung mit HTML 5 und weiteren nativen Plattformbestandteilen. So wird für jede Plattform ein spezifisches Look and Feel erstellt – ein Unterschied zu nativen Apps ist nicht zu erkennen. Die UI Bibliothek greift auf das Ionic Framework zurück und präsentiert Dir eine große Anzahl an Komponenten, welche auf HTML 5 basieren. Mit Tab Bar, Navigation Bar und Drawers stehen Dir auch noch drei Elemente zur Verfügung, die Du über CSS individuell anpassen kannst. Mit den übersichtlichen Guides bist Du im Übrigen auch ständig im Bilde und findest schnell Hilfe, wenn es doch mal nicht wie gewünscht weitergehen sollte.

Drag and Drop Bootstrapping – einfach praktisch direkt im Browser

Per Drag and Drop das Bootstrapping von Apps direkt im Browser durchführen? Kein Problem mit Composer von AppGyver. Du kannst Seiten anlegen und verschiedene Komponenten nutzen – alles im Browser. Außerdem kannst Du die komplette Struktur, die als Liste dargestellt wird, einsehen und verändern. Ebenfalls kann man an dieser Stellen über die REST API irgendein frei wählbares Backend einzubinden. Doch unbestrittenes Highlight des Komposers ist der Logik-Editor, mit welchem man Interaktionen für die einzelnen Elemente anlegen kann oder auch Werte aus der Datenbank herangezogen werden können. Hier entsteht also die Programmlogik, zumindest zum Teil. Auch ist es möglich Bilder in das Media Library hochzuladen und diese dann in den Prototypen einzubinden. Projekte aus dem Composer kannst Du mit der Community direkt teilen und Dir so ein Feedback holen. Der Composer ist wirklich beeindruckend und dennoch leicht zu bedienen, wie alle Tools, welche AppGyver zur Verfügung stellt – wer hybride Apps möglichst einfach erstellen will, der sollte sich mit der Plattform unbedingt einmal auseinandersetzen.

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Vincent

Autor: Vincent

Technik begeisterter Fachinformatik- und IT-Nerd, der sich nicht vor technischen Herausforderungen versteckt.

Vince hat 2002 seine Fachinformatikerausbildung mit Binnendifferenzierung Systemintegration erfolgreich abgeschlossen und im Anschluss den IHK-Ausbilderschein nach AEVO per Fernstudium absolviert.

Er arbeitet mittlerweile als Information Security Analyst in einem weltweit operierenden Technologiekonzern und absolviert einen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang.

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