HDD check über SMART unter Windows

Bei einem Kollegen zeigte eine 1TB-Platte von Samsung (HD103UJ) Ausfallerscheinungen. Windows hängte sich beim Kopieren auf, aus seinem PC kamen immer merkwürdigere Geräusche. Die Fehlerursache vermutete ich gleich bei einer der eingebauten Festplatten, also machte ich mich an einen HDD check.

Zuerst habe ich die windowseigene Datenträgerüberprüfung bemüht, was leider keine Ergebnisse beim HDD check brachte. Checkdisk war der Meinung, dass die Festplatten in Ordnung seien. Also habe ich etwas tiefer gegraben und mir die SMART-Attribute jeder einzelnen Platte vorgenommen, um den HDD check durchzuführen. SMART ist eine Technologie zur Selbstüberwachung, die heutzutage in allen Festplatten implementiert ist. Als Tool habe ich dazu die kostenlosen Smartmontools für Windows von Sourceforge verwendet. Damit kann man auch unter Windows 7 ohne Probleme die SMART-Attribute von Festplatten auslesen, woran andere Programme, die unter XP noch liefen, unter Microsofts aktuellem Betriebssystem scheiterten.

Mit dem Befehl smartctl -A sdx -d ata habe ich nacheinander alle Festplatten ausgelesen (x steht dabei für die jeweilige Festplatte). Zur Auswertung betrachtet man nur die Werte von VALUE (aktueller Wert), WORST (schlechtester Wert bisher) und THRESH (vom Hersteller gesetzte Grenze, bei deren Unterschreiten das Medium als nicht mehr zuverlässig/gefährdet gilt). Je höher der Wert, desto besser ist er zu bewerten. Mit Erstaunen musste ich beim HDD check feststellen, dass die noch relativ frische 1TB-Datenplatte betroffen war.


Der Grenzwert von Raw_Read_Error_Rate (nicht korrigierbare Fehler beim Lesen) war bereits unterschritten und die anderen Werte für Lesefehler wiesen auch auf ein Problem hin – die Festplatte würde bald den Geist aufgeben. Also habe ich bei meinem Internethändler des Vertrauens schnell eine neue Platte bestellt, den PC ausgeschaltet und gewartet. Nach Lieferung der Platte habe ich diese schnell eingebaut und die Daten kopiert…

Wäre es mal so einfach gewesen. Einbau war natürlich kein Problem, aber beim Kopieren hängte sich Windows regelmäßig auf. Naja, vielleicht kann hier ja die bootfähige CD von Acronis TrueImage weiterhelfen? Konnte Sie nicht. Acronis erkannte nur eine einzige von nun vier Platten. Blieb mir also nur noch ein Versuch mit KNOPPIX. Und der führte dann zum Erfolg.

Die quasi defekte Festplatte hat noch Garantie, also nichts wie hin zum Händler und eine Neue dafür einsacken!


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Vince

Autor: Vince

Technik begeisterter Fachinformatik- und IT-Nerd, der sich nicht vor technischen Herausforderungen versteckt. Vince hat 2002 seine Fachinformatikerausbildung mit Binnendifferenzierung Systemintegration erfolgreich abgeschlossen und im Anschluss den IHK-Ausbilderschein nach AEVO per Fernstudium absolviert. Er arbeitet mittlerweile als IT-Systemberater in einem weltweit operierenden Technologiekonzern.

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